Infobox Mikroplastik
Ob Park, Industriegelände, Wald, Acker oder Naturschutzgebiet – Mikroplastik ist mittlerweile fast überall im Boden zu finden.
Unter Mikroplastik versteht man in der Regel Kunststoffpartikel < 5mm.
Diese zerfallen in der Umwelt mit der Zeit in immer kleinere Partikel. Je kleiner die Partikel sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Pflanzen und Bodenorganismen aufgenommen werden. Neben verschiedenen Kunststoffarten enthalten sie häufig gesundheitsschädliche Zusatzstoffe wie Phthalate oder Bisphenole.
Quellen für Mikroplastik im Boden können unter anderem sein:
Reifen- und Straßenabrieb, belastete organische Düngemittel (z.B. Kompost, Klärschlamm), Zigarettenfilter und Kunststoffabfälle sowie Abrieb von Folien, Vliesen, Netzen, Pflanztöpfen und Lacken.
Der Straßen- und Reifenabrieb in Österreich wird auf über 2 kg/Person/Jahr geschätzt. Autoreifen bestehen neben Kautschuk, Verstärkungs- und Füllstoffen aus verschiedenen Additiven wie Vulkanisationsmitteln, Antioxidantien und Ozonschutzmitteln, um das Fahrverhalten zu verbessern und die Materialalterung zu verlangsamen. Die genaue Zusammensetzung ist jedoch ein Betriebsgeheimnis der Reifenhersteller. Vor allem die sogenannten Para-Phenylendiamine (PPDs), die gegen die Reifenalterung eingesetzt werden, sind umstritten, nachdem sich ein spezielles Umwandlungsprodukt, das 6PPD-Chinon, als besonders giftig für Fische erwiesen hat.
Insgesamt sind die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht. Da es nur sehr langsam abgebaut wird, nimmt der Gehalt an Mikroplastik in Böden mit der Zeit jedenfalls immer weiter zu (“Akkumulation”). Die Akkumulation kann sich langfristig auf die „Bodengesundheit“ auswirken in dem es bodenphysikalische Eigenschaften verändert und die Zusammensetzung der Mikroorganismen beeinflusst.
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